Grenzgänger (2004)

  • Grenzgaenger (Foto: Andreas Hartmann)
  • Grenzgaenger (Foto: Andreas Hartmann)
  • Grenzgänger (Foto: Andreas Hartmann)

Fünf DarstellerInnen und ein Musiker lassen die Bühne zum polnisch-deutschen Grenzübergang, zum Straßenstrich oder zum Laufsteg werden. Zwei Häuschen am Rande bestimmen die Szenerie. Hier spielt die Musik. Hier wird Handel betrieben. Wer hier sitzt hat Macht, ist zuständig für Stop and Go; für drinnen und draußen; für legal oder illegal.

Willkommen im Zeitalter der Dienstleistungen!
Das Angebot: Macht, Kontrolle, Zärtlichkeiten. Ein Markt der Emotionen. Zwischenmenschliche Beziehungen inklusive aller Abartigkeiten, Abhängigkeiten und Perversionen. Grenzüberschreitungen in immer neuen Dimensionen. Ob zwischen Freier und Prostituierter, Fußballspieler und Verein, zwischen Ehemann und Ehefrau oder Flüchtling und Schlepperbande.
Durch den Handel wird Körper zur Ware, wird Menschliches käuflich. Menschliche Ware ist weltweit Handelsgut Nummer eins. Fair, frei, meistbietend. Doch wo sind die Grenzen und wie werden sie überschritten, ob gewollt oder ungewollt? Hört Menschlichkeit da auf, wo Handel anfängt?

Video und Musik, live auf der Bühne produziert, sind neben den DarstellerInnen wesentliche szenische Elemente. Sie dienen sowohl der Rhythmisierung, der Kommentierung, als auch der Verstärkung des Geschehens.

Die Produktion „Grenzgänger“ wurde im Probenprozess erarbeitet. Grundlagen der szenischen Arbeit waren Interviews, wissenschaftliche Untersuchungen und eigene Recherchen, die zur Versuchsanordnung auf der Bühne arrangiert werden.

Mit: Aline Fischer, Bettina Grahs, Florian Schetelig, Heiner Apel, Thorsten zum Felde, Vivien Bullert

Regie: Tanja Krone
Dramaturgie/Textfassung: Christoph Scheurle
Bühne: Margret Burneleit
Kostüme: Jeanine Simon
Musik: Thorsten zum Felde
Video: Dirk Förster
Produktion: Maria Böhling
Regieassistenz: Carsten Wilhelm

Grenzgänger entstand in Koproduktion mit dem LOFFT. Leipzig und in Kooperation mit der Studiobühne Leipzig.

Premiere: April 2004 im LOFFT. Leipzig. Weitere Vorstellungen in Hildesheim