transform:A (2002)

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Wie lange kann man glauben: alle Wege führen nach Rom, der Zweck heiligt die Mittel, die Zeit heilt Wunden?
Woran liegt es, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht und Müßiggang aller Laster Anfang ist?
Woher kann man wissen, ob die Wartehalle zum Bahnhof oder in die Arztpraxis führt?
Ist die Erde rund? Gibt es ein Ehrenwort?
Drei Personen spielen transform:A. Im Geflecht von scheinbarer Realität und fiktiver Wirklichkeit suchen sie einfache Wahrheiten und verstricken sich in Bildern, Floskeln und Vermutungen. Es geht um Alltägliches, Mitteilungen, Fernsehbilder und Radionachrichten, darum, weshalb der eine ans Fahrrad denkt und die andere ans Auto, wenn einer fragt: gehen wir ins Kino?

Medial vermittelte und durch Worte mit bestimmter Bedeutung belegte Bilder, etwa von Personen des öffentlichen Lebens, wandeln durch die Textinformationen innerhalb kürzester Zeit ihre Bedeutungen. Bilder werden durch solchen Gebrauch doppelsinnig, Sprache wird verdächtig.
Das Individuum steht solchen „sprachlichen Realitäten“ gegenüber, staunt und versucht sich zurechtzufinden, oder es macht sich dies zunutze, manipuliert und schafft so immer neue (Sprach-) Realitäten.
Auf die Spitze getrieben heißt das: Sprache reduziert sich auf bedeutungslose Lautmalerei bis hin zum undeutlichen Rauschen. Dem zur Seite stellen wir die Musik. Musik als ein Zeichen, das keine bestimmte Bedeutung impliziert, wohl aber über ihre Parameter, wie Dynamik, Tongeschlecht, Tempo etc. Stimmungen erzeugt, wird als eine zweite Sprache etabliert und genutzt. transform:A setzt dabei den Schwerpunkt auf die Erzeugung von synthetischen Klängen und den Gebrauch von Samples.
Die Frage, wann Sprache noch Übermittlung von Informationen darstellt und wann sie zur sinnentleerten Form oder Floskel wird, soll im Mittelpunkt der theatralen Auseinandersetzung stehen. In transform:A sollen verschiedene alltägliche Situationen aufgegriffen werden, in denen das Dilemma von Sprache offenbar wird.
Die Arbeitsmaterialien beinhalten Sprachfiguren, welche in der Erzeugung oder Wiederbelebung ein Eigenleben entwickeln, hinter denen die Figur zurücktritt.

von und mit: Bettina Land, Christoph Lutz-Scheurle, Heike Schüller, Nico Schlegel, Nora Landwehr, Thorsten zum Felde

Premiere: November 2001 im Stadttheater Hildesheim.